Der Darm – unser 2. Gehirn

Disclaimer: Wie immer vorne weg, ich bin kein Arzt! Ich berichte hier lediglich über meine eigenen Erfahrungen und Studien. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. In dem Sinne, viel Spaß beim Lesen meines Artikels “der Darm”.

Gehirn und Darm

Inhaltsverzeichnis:

  • Vorwort
  • Der Darm als wichtiger Teil unserer Gesundheit
  • Regeln für eine gute Darmgesundheit
    • Ernährung
    • Darmflora
    • Fasten
    • Kein Stress
    • Kauen Sie
    • Gelatine und Kollagen
  • Mein Darmsanierungsprotokoll  
  • Meine verwendeten Produkte

Vorwort

Der Verdauungstrakt ist ein sehr komplexes und vielfältiges Thema über das schon ganze Bücher verfasst wurden. Auch ich habe mich schwer getan das Thema auf seine, für mich wichtigsten Aspekte zu reduzieren und in einen Blogbeitrag zu verpacken. Falls Fragen zu diesem Thema offenbleiben, nutzen Sie doch bitte die Kommentarfunktion unterhalb des Beitrages. Ich werde mir Mühe geben diese zu beantworten und/oder nachträglich mit in den Beitrag aufzunehmen!

Der Darm – unser 2. Gehirn

Der Verdauungstrakt ist in meiner Erfahrung einer der wichtigsten Aspekte für eine gute Gesundheit. Autoimmunerkrankungen, Depressionen, Brainfog, Entzündungen und viele weitere Erkrankungen werden oft mit einem gestörten Magen und Darm in Verbindung gebracht. Es gibt sogar Studien die eine Linderung von Autismussymptome nach einer Modifikation der Darmflora untersuchen. Unser Darm wird nicht umsonst als 2. Gehirn bezeichnet.

Das verwundert nicht! Stellen Sie sich vor Sie haben ein Sportwagen der Super Plus tanken muss. Wenn Sie diesen Sportwagen nun auf lange Sicht mit minderwertigen Kraftstoff betanken oder sogar auf die Idee kommen sollten ein Teil Frittenfett in den Tank zu füllen, so wird dieser nicht seine volle Leistung entfalten können und es kommt zu Fehlern. Nach und nach werden werden Schläuche und Leitungen porös. Der Motor verdreckt. Letzendlich wird es zu einem Motorschaden kommen.

Unsere tägliche Nahrung ist unser Treibstoff. Essen Sie über lange Zeit Müll, so wird es zu Leistungsverlust und Fehlfunktionen in Ihrem Körper kommen, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise manifestieren können. Ändern Sie nichts an Ihren Gewohnheiten so kann dies chronische Erkrankung zur Folge haben.

Aber nicht nur schlechte Ernährung können zu einem fehlgeleiteten Darm führen.

Auch die Verwendung von Antibiotika oder zu viel Stress kann Fehlfunktionen im Darm hervorrufen.

Zu diesen Fehlfunktionen zählen:

  • Leaky Gut
  • SIBO (small intestinal bacterial overgrowth) / Dünndarmfehlbesiedlung
  • Colitis
  • Reizdarmsyndrom
  • Morbus Crohn
  • Fäulnisflora im Darm
  • Fehlbesiedelung des Mikrobioms
  • Autointoxikation
  • uvm.

Viele dieser Zustände können chronische Entzündungen auslösen, welche wiederum andere Symptome hervorrufen können.

Zum Beispiel der „Leaky Gut“, was eine durchlässige Darmschleimhautbarriere bedeutet. Ist diese Barriere beschädigt so können Fremdstoffe, unverdaute Reste und Toxine durch diese Barriere in den Blutkreislauf gelangen. Diese verteilen sich im Körper und können Entzündungsreaktionen hervorrufen. Es kommt zu einer Auotintoxikation.

Auf alle einzelnen Fälle einzugehen würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen und benötigt eher ein ganzes Buch. Doch habe ich für mich einige Faustregeln gefunden, die ich als allgemeinen Ansatz für einen gesunden Darm als sinnvoll erachte. 

Wie sorgen wir also dafür das unser Darm wieder topfit wird?

Regel 1: Ernährung

Der wohl wichtigste Aspekt für einen gesunden Darm ist eine gute Ernährung. Ich wiederhole jetzt nicht nochmal das Beispiel von Oben mit dem Sportwagen. Hier sind ein paar Faustregeln die ich für mich aufgestellt habe.

Kein Gluten!

Studien haben gezeigt das Gluten selbst bei Menschen die keine Glutenunverträglichkeit aufweisen Schäden in der Darmschleimhaut erzeugen kann. Zudem senkt Gluten das D6D-Enzym in unserem Körper. Dieses Enzym wandelt Omega-6 Fettsäuren in Gamma-Linolsäure (GLA) um. GLA ist Hauptbestandteil unserer Epidermis und sorgt für eine junge kraftvolle Haut. Es gibt nur eine Handvoll Lebensmittel die GLA direkt beinhalten. Dazu zählen Schwarzkümmelöl, Hanfsamen, Spirulina-Algen und Borretsch. Auf Gluten zu verzichten hat also nicht nur Vorteile für den Darm.

Kein Zucker!

Einfachzucker ist mit das schlechteste was man seinem Darm antun kann und kann viele entzündliche Prozesse auslösen. Zudem kann Zucker eine Fehlbesiedlung des Mikrobioms fördern. Ein großer Zuckerkonsum favorisiert die Ansiedlung von Fäulnisbakterien. Und eine Fäulnisflora im Darm ist, wie der Name schon vermuten lässt, nicht gut. Wir möchten eine Säuerungsflora im Darm. Dazu gleich aber mehr!

Keine Süß- und Konservierungsstoffe!

Süßstoffe haben in Studien gezeigt, dass diese die Bakterien in unserem Darm verändern können. Ebenso Konservierungsstoffe sind Stoffe die unser Körper so aus der Natur nicht kennt. Ich versuche diese immer zu meiden.

Keine industriell verarbeiteten Lebensmittel!

Generell versuche ich nur Sachen zu essen auf denen keine Zutatenliste enthalten ist. Also wenn ich einkaufen gehen finden Sie mich in der Obst- und Gemüseabteilung und an der Fleischtheke.

Wieso und warum werde ich in meinem Beitrag über die Ernährung erläutern. Diesen erstelle ich zurzeit. Bis dahin kann ich Ihnen aber ein großartiges Buch nahelegen, welches mir sehr geholfen hat beim Thema Ernährung.

“Perfect Health Diet – Die sicherste Art sich zu ernähren” von Paul Jaminet.

Regel 2: Kümmern Sie sich um Ihre Darmflora.

Ganz vereinfacht kann man sagen, es gibt 2 Zustände der Darmflora:

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Eine Fäulnisflora (proteolytische Flora) und eine Säuerungsflora (protektive Flora).

Die Fäulnisflora entsteht, wenn zu viele Bakterien der Gattung Escherichia coli, Klebsiella, Clostridium, etc. vorhanden sind.
Die aufgenommene Nahrung fault bis zum Ausscheiden in uns. Etwas was wir verhindern sollten.
Zudem ermöglicht eine Fäulnisflora eine Ansiedlung von Pilzen und Hefen. Am bekanntesten davon ist wohl der Candida. Sogar ein Parasitenbefall ist durch eine Fäulnisflora begünstigt, dazu aber in meinem Beitrag über Parasiten mehr.

Eine Säuerungsflora, die sich hauptsächlich durch eine Besiedlung von Laktobazillen und Bifidobakterien auszeichnet, ist ein Zustand den wir anstreben sollten. Dadurch fault die aufgenommene Nahrung nicht ins uns, sondern fermentiert.  Durch den Fermentationsprozess können Nährstoffe entstehen, die unsere Darmgesundheit unterstützen und nicht schaden.  Durch die Fermentation von Ballaststoffen zum Beispiel, entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat. Diese dienen der Schleimhaut des Darms als Nahrung und stärken diese.

Probiotika

Probiotika sind gute Bakterien die wir als Supplement oder durch fermentierte Nahrungsmittel zu uns nehmen. Eine Ansiedlung von guten Bakterien verdrängen die schlechten aus dem Darm. Dazu zählen unter anderem Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kombucha, Kimchi und noch viele mehr. Zudem gibt es Probiotika-Supplements. Hier muss man jedoch aufpassen und nicht die günstigsten von Amazon bestellen. Denn wichtig ist, dass die Supplemente lebende Bakterien enthalten und keine toten.

Ich persönlich nutze nur die Produkte von Omni Biotic. Diese sind leider etwas teurer. Aber was bringen einem günstige Supplemente, die nur tote, nicht vermehrungsfähige Darmsymbionten enthalten?!

Ich habe für meine Darmsanierung folgende Produkte genutzt:

Sollten Sie unter einer Dünndarmfehlbesiedlung leiden ist jedoch beim Einsatz von Probiotika Vorsicht geboten. Der englische Begriff „small intestinal bacterial overgrowth“ ist etwas passender. Hierbei handelt es sich nämlich um eine Überbevölkerung von Bakterien im Dickdarm, die dann ihren Weg in den Dünndarm finden.

Darmflora Test Mikrobiom

Ich würde und habe bevor ich meine Darmsanierung gestartet habe meine Darmflora bestimmen lassen. Somit entgeht man der Gefahr sinnlos Geld auszugeben oder bei zum Beispiel SIBO den Zustand noch zu verschlechtern.

Dies kann man mit dem „Gesundheitscheck Darm PLUS“ (bei Amazon für 145€)  oder auf Privatrechnung beim Hausarzt machen lassen. Beim Hausarzt habe ich damals an die 180€ bezahlt.

Präbiotika

Wichtiger als Probiotika sind Präbiotika. Probiotika sind Darmbakterien. Präbiotika sind Nahrungsmittel für diese Bakterien. Eine Ansiedlung von guten Bakterien bringt nur kurzeitigen Erfolg, wenn wir diese nicht am Leben halten und wieder aushungern.

Gemüse mit Ballaststoffen

Hier eine kurze Liste von Präbiotika, die ich für mich am besten finde:

  • grünes Gemüse
    • Bohnen
    • Spinat
    • Brokkoli
    • Salat
  • Kiwi und Ananas
    (Diese haben zudem den Vorteil das Enzyme enthalten sind, die die Verdauung von Proteinen verbessern)
  • Flohsamenschalen
  • Kartoffeln (einmal abgekühlt, damit bilden sich resistente Stärken) 
  • Chiasamen
  • Äpfel
  • Kohl

Regel 3: Regelmäßiges Fasten

Wasserfasten

Unser Darm arbeitet 24-7. Gönnen Sie ihm zwischendurch mal eine Pause. Durch fasten erlauben wir dem Darm seine täglichen Arbeiten zu pausieren und geben ihm die Möglichkeit sich auf seine Regeneration zu konzentrieren.

Ich persönlich faste jedes Quartal ein Mal. Das heißt konkret für 24-48 Stunden wird nicht gegessen und nur Wasser getrunken. Fasten wird seit tausenden von Jahren in vielen Kulturen praktiziert und ist in meiner Erfahrung ein großer Helfer für eine gute allgemeine Gesundheit (Stichwort „Autophagie“ – viel Spaß beim Googlen!).

Ich bevorzuge das Wasserfasten. Aber auch das intermittierende Fasten kann schon viel bewirken. Da ich jedoch Sportler bin und ich beim IF ein starken Leistungseinbruch erleide, bleibe ich beim quartalsweisen Wasserfasten. Hierzu werde ich in Zukunft noch einen ausführlicheren Artikel schreiben!

Regel 4: Kein Stress

Machen Sie sich nicht verrückt!

Haben Sie schon einmal vom Sympathikus und Parasympathikus gehört?

Diese sind Teil unseres vegetativen Nervensystems und steuern unwillkürlich die meisten innere Organe. Das vegetativen Nervensystems besteht aus 3 Teilen: Sympathikus, Parasympathikus und das enterische Nervensystem, welches sich im Darm befindet. Diese 3 Teile arbeiten nicht unabhängig voneinander, sondern beeinflussen sich gegenseitig.

Sympathikus Darm

Sind wir entspannt, gut gelaunt, erholt, so gibt der Parasympathikus die Musik an. Dies ist der Zustand, den wir „Rest and digest“ (deutsch: „erholen und verdauen“) nennen.

Sind wir gestresst, so übernimmt der Sympathikus die Rolle. Dieser Zustand wird auch „fight or flight“ (deutsch: „Kämpfen oder flüchten“) genannt. Der Körper wird mit Adrenalin, Cortisol und anderen Stresshormonen geflutet. Verdauen ist dann zunächst unwichtig.

Hält dieser Zustand länger an – durch Stress auf der Arbeit oder in der Beziehung, durch schlechten Lifestyle und zu wenig Schlaf, oder weil wir uns einfach selber verrückt machen – so ist unser Verdauungstrakt restlos überfordert. Es kommt zu allerlei Fehlfunktionen.

Stress hat man nicht, Stress macht man sich.”

Was heißt das für uns? Entspannen! Machen Sie sich nicht verrückt!
Auch was die Nahrung angeht. Sind Sie auf Dienstreise, im Urlaub oder auf eine Party eingeladen, so machen Sie sich keine Gedanken über Ihre Nahrung, wenn sie keine Ausweichmöglichkeiten haben. Essen Sie das Brot, den leckeren Nachtisch oder trinken das Bier. Und machen Sie sich keine Gedanken darum, wie schlecht diese Mahlzeit oder der Snack nun für Ihren Darm war. Den Stress, den Sie selber mit diesem Denken erzeugen ist vermutlich schlimmer für ihren Darm, wie der verzehrte Snack selber.

Folgen Sie der 80/20 Regeln. Sind 80% meiner Nahrungsmittel die ich in einer Woche zu mir nehme gesund, so ist es kein Weltuntergang, wenn Sie am Wochenende auch mal Müll essen.

Zudem sollten Sie darauf achten, auf Nikotin und hohe Dosen Koffein zu verzichten, da diese Stoffe uns ebenfalls in einen Erregungs- bzw. Stress-Zustand versetzen können.

Generell sollten Sie ihr Stresslevel reduzieren!

Regel 5: Gut kauen!

Schon Oma sagte: „Gut gekaut ist halb verdaut!“

Ich halte diesen Abschnitt kurz, da er eigentlich selbsterklärend ist.

Kauen Sie Ihr essen ausreichend damit dem Magen und Darm ein erheblicher Teil Arbeit abgenommen wird. Zudem wird beim Kauen der Speichelfluss angeregt. Speichel enthält viele wichtige Enzyme für eine gute Verdauung.

Regel 6: Gelatine oder Kollagen zu jeder Mahlzeit

Jäger und Sammler

Früher wurden nahezu alle Bestandteile eines Tieres verzehrt. Organe wurde gegessen ebenso wie die Haut. Sogar die Knochen und Knorpel wurden ausgekocht und in leckeren Suppen verwendet.

In der heutigen Zeit werden kaum noch diese Teile vom Tier verwendet. Meistens wird nur das Muskelfleisch verzehrt. Dadurch fehlen unserem Körper aber die wichtigen Kollagenpeptide. Diese werden zur Regeneration von Haut und Haaren aber ebenso von Gelenken und vom Darm selber verwendet.

Ich supplementiere zu jeder Mahlzeit 10g Gelatine oder Kollagenhydrosolat, wobei ich Gelatine bevorzuge.

Diese bindet den Nahrungsbrei aneinander und bietet damit den Enzymen und Bakterien eine bessere Möglichkeit den Nahrungsbrei zu verdauen.  Das werden Sie beim nächsten Stuhlgang auch direkt positiv bemerken.

Mein Protokoll zur Darmsanierung

Würde ich noch einmal eine Darmsanierung angehen würde ich diese wie folgt angehen:

Protokoll Darmsanierung
  • Dauer: 8 – 10 Wochen
  • Alle oben genannten Regeln beachten
  • Starten mit 24-48 Std. Wasserfasten, hiermit hungern wir einen Großteil der schlechten Bakterienstämme aus
  • 3 Mahlzeiten täglich
  • Keine Snacks zwischendurch
  • Kein Zucker
  • Kein Getreide (außer Basmati- und Yasminreis)
  • Keine Milch und Käse (Joghurt und Butter sind ok)
  • Viel unterschiedliches Gemüse, vor allem grünes
  • Viele Kartoffeln (am besten eine große Portion vorkochen und einmal abkühlen lassen. Dadurch bilden sich resistente Stärken, die ein wunderbares Präbiotikum sind)
  • 30 min vor dem Frühstück ein Päckchen OmniBiotic SR9
  • 30 min vor dem Abendessen OmniBiotic10
  • 2x täglich 1 Teelöffel Flohsamenschalen 10 min in Wasser quellen lassen und trinken (am besten nach dem Frühstück und nach dem Abendessen)
  • 15min vor jeder Mahlzeit 2g Taurin, Taurin hilft der Gallensäure und ist bei den meisten Menschen nicht ausreichend in der Ernährung vorhanden
  • 100g Ananas oder Kiwi nach jeder Mahlzeit, für die Verdauungsenzyme und Präbiotika
  • 10g Gelatine oder Kollagenhydrosolat zu jeder Mahlzeit
  • Wenn möglich die meisten Speisen per Dampfgaren zubereiten.
  • Pflanzenfette nicht erhitzen, zum Braten tierische Fette wie Butter oder Schmalz nutzen.    
  • Morgens nach dem Aufstehen 500mg Kurkuma um die entzündlichen Prozesse erst einmal runterzuregeln bevor unser Körper selber in der Lage ist diese in Schach zu halten. Zudem hilft Kurkuma ebenfalls der Magensäure.

Meine verwendeten Produkte:

Anbei eine kurze Liste von Produkten die ich verwendet habe und noch eine kleine Anmerkung:

Auf dieser Internetseite wird bewusst auf Werbebanner verzichtet. Ich selber recherchiere viel im Internet und weiß wie nervig Werbung sein kann. Jedoch möchte ich darauf hinweisen, dass ich Affiliate-Links benutze. Damit können Sie mich und diese Seite unterstützen. Für Sie entstehen keine Mehrkosten. Ich verlinke zudem nur auf Produkte die ich selber genutzt habe oder nutze und von denen ich absolut überzeugt bin.

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